Städtekaffee: die Stadt Schortens hat endlich ihre eigene Kaffeemarke

Als Städtekaffee bezeichnet man einen fair gehandelten Kaffee, der zur Vermarktung in einer Stadt den Namen der Stadt trägt; es sollen lokale Verbundenheit und Identifikation genutzt werden, um neue Konsumenten für den fairen Handel zu gewinnen.
Bei der Umsetzung der Agenda 21 „Global denken, lokal handeln“ war schon die Idee „bio-regional-fair“ enthalten: Fair gehandelter Kaffee (aus ökologischem Anbau) wird von einer regionalen Kaffeerösterei geröstet, verpackt und in der Region der namensgebenden Stadt verkauft. Der Städtekaffee ist damit ein zentrales Element in der Städtesolidarität mit der sogen. „Dritten Welt“. Schortens ist die einundfünfzigste Stadt in Deutschland, die sich nun auch mit einem eigenen Stadtkaffee schmücken kann, der natürlich „Schortens-Kaffee“ heißt.
Geröstet wird der Kaffee in der einzigen Kaffee-Rösterei in Weser-Ems, in der ausschließlich Bio-Kaffee aus Fairem Handel verarbeitet wird: im Fairhandelshaus MERCADO MUNDIAL in Schortens/Grafschaft. Die Rösterei wurde vor 12 Jahren in das privat finanzierte Fairhandels- und Bildungsprojekt integriert, zu dem auch das Fair-Café mit Bildungs- und Kulturveranstaltungen gehört sowie der größte Welt- und Bioladen der Region. Im Unterschied zu Großröstereien, die Tonnen-Chargen von Rohkaffee bei 400 - 800 Grad innerhalb von 1 - 2 Minuten rösten, wird in Grafschaft mit einem traditionellen Trommel-Röster gearbeitet, in dem maximal 5 KG Rohkaffee pro Röstvorgang verarbeitet werden. Der Vorgang dauert ca. 15 Minuten. Diese Langzeit-Röstung bei nur 180 – 230 Grad hat zwei wesentliche Vorteile: einerseits wird ein gravierend besseres Geschmacksergebnis erreicht, andererseits verliert der Röstkaffee seine Säuren, die besonders magenempfindliche Kaffeetrinker so stört. Eine solche Trommel-Röstung funktioniert nur in einer kleinen Rösterei mit sehr viel Erfahrung und handwerklichem Geschick.