Fairhandelhaus (früher Kaffeehaus Barkel), anno 1879

Geschichte Grafschaft

„Grafschaft, vormals Peter Grafens Land genannt. In der Nähe dieses auf der Geest liegenden Ortes und bei Barkel soll sich etwas tief unter der Oberfläche des Bodens ein feiner weißer Thon befinden, der vor 190 und mehreren Jahren in großer Menge nach England, Holland  verfahren wurde, wo man ihn ziemlich theuer bezahlte und wahrscheinlich als Walkererde oder um Zuckerformen daraus zu machen nutzte. Die damalige Jeverl. Kammer beschränkte aber die Ausfuhr dieses Thons und legte einen starken Impost darauf, welcher im J. 1634 etwas über 183 Rthl. einbrachte.  Nachmals benutzte man diesen Thon zu einer in Jever gelegenen, längst wieder eingegangenen Fayencefabrik“ (aus „Friesische Sagen“ 1928)

Eng verbunden mit der Geschichte des Ortsteils Grafschaft ist das „Kaffeehaus Barkel“ (heute Fairhandelshaus Schortens mit Fair-Café und traditioneller Kaffee-Rösterei sowie Kultur und Bildungs-Zentrum). Das Kaffeehaus wurde 1879 als Gaststätte zunächst für alkoholfreie Getränke von Fulf Janßen Tiarks aus Schortens erbaut, erhielt dann am 15.11.1888 Vollkonzession. Es wurde zu einem beliebten Ausflugsziel der Wilhelmshavener.

 

1989 entdeckten die heutigen Hauseigentümer unter dicken Tapetenschichten in einem der ältesten Gasträume Fragmente von Wandmalereien, die aus den 20er Jahren datieren (Denkmalpfleger Dr. Paarmann, Oldenburg) und ließen sie restaurieren. Die Malereien mit plattdeutschen Versen erzählen eine Sage aus dem 15. Jahrhundert über den Abbau der Tonerde: „Vor vielen Jahren, als die Welt noch schön war, nahm ein Schiffer vom Jadestrand Abschied von der Seefahrt und blieb an Land, um so recht das Leben zu genießen, aber er trieb es bald so schlimm, dass er in die Krallen des Teufels geriet und zur Hölle fahren sollte“. Aber er bepackt des Teufels Bratofen mit „Barkeler Schiet“ und muß dabei überrascht feststellen, dass die Erdklumpen immer härter und weißer werden, bis daraus Porzellan geworden ist. „To Barkeloh funn he sin Glück, dat Porzellan“. Die Malereien sind derzeit noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Öffnungszeiten des Fairhandelshauses mit Fair-Café, Fairhandelslager und Rösterei Di. – Fr. + So. 14.30 – 18.00 Uhr.

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